Verharmlosend

14. Mai 2022

Die Bundeszentrale für politische Bildung huldigt dem deutschen Militarismus

geschrieben von Sebastian Schröder

Was können wir in Sönke Neitzels 800-Seiten-Buch »Deutsche Krieger. Vom Kaiserreich zur Berliner Republik – eine Militärgeschichte« (2020) nicht alles lesen: Krieg ist auch nur ein Handwerk, eine von Neitzel behauptete militärische Eigenlogik wird (rassistisch besetzt) zur »tribal culture« umgebogen, die deutschen Armeen haben natürlich ihre Fehler – aber den deutschen Militarismus, den gibt es nicht. Also alles nicht so schlimm, eigentlich sowieso normal fürs Militär, das will uns Professor Neitzel weismachen. Halt kämpfen, töten, sterben.

Vor allem geht es ihm um die Frage, welche Tradition in der deutschen Armee bestimmend sein soll. Seine Antwort ist einfach: Die »soldatischen Leistungen« der faschistischen Wehrmacht müssen rehabilitiert werden, denn »deutsche Krieger« brauchen zum Vorbild eine wirklich kriegführende Armee. Und das heißt auch, dass die antifaschistische Benennung und die demokratische Zurückweisung der verbrecherischen Wehrmachtstradition falsch ist. Es soll ja in Zukunft wieder mehr solides deutsches Kriegshandwerk geben.Jetzt verlegt die Bundeszentrale für politische Bildung Neitzels »Deutsche Krieger« als Sonderausgabe für sieben Euro. Im Handel kostet das Buch als E-Book 24,95 Euro, gebunden sogar 35 Euro. Dies ist die handfeste Garantie für einen Bestseller. Durch den Dumpingpreis wird das Buch auch in die Breite wirken. So etabliert die bpb »Deutsche Krieger« als Standardwerk, das in allen Bibliotheken und Schulen stehen wird. Zumal die bpb als Herausgeberin die Publikation legitimiert.

Entsetzt stellt sich in der Öffentlichkeit die Frage: Die politisch gewollte Verharmlosung des deutschen Militarismus bei Neitzel, ist dies auch die offizielle Sicht der quasi-staatlichen Bundeszentrale für politische Bildung? Nein, denn »diese Veröffentlichung stellt keine Meinungsäußerung der Bundeszentrale für politische Bildung dar«. Ach so, dann wohl eher der Reichszentrale für Heimatdienst (RfH), eben echte deutsche Traditionen.

Rede zum 8. Mai 2022 auf dem Friedhof Norrenberg

8. Mai 2022

Von Sebastian Schröder, Kreissprecher der VVN-BdA Wuppertal

Sehr geehrte Damen und Herren

Viele Millionen Menschen wurden im 2. Weltkrieg zur Zwangarbeit nach Deutschland verschleppt.

In Wuppertal wurden zwischen 18000 und 25000 Menschen, Erwachsene und Jugendliche, zur Arbeit gezwungen in allen Bereichen der Stadt, für Unternehmen, Landwirte, Behörden und auch bei Privatpersonen. Kleinere und grössere bewachte Lager waren in der ganzen Stadt verteilt. Viele Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter wurden ermordet oder sind an Arbeitsbedingungen, Krankheit und Hunger gestorben.

Auf diesem Gräberfeld liegen einige der Menschen, die aus ihrer Heimat gerissen worden sind, um für das feindliche Deutschland unverzichtbare Arbeit zu leisten, hier in Wuppertal. Sie sind hier zu Tode gekommen, sie sind Opfer des Faschismus.

Ihrer wollen wir heute, am 8. Mai 2022 gedenken:

Anna Gontschrowa, 58 Jahre, Russin

Iwan Obretschow, 17 Jahre, Russe

Ursow Timeley, Russe

Schura Alunowa, 17 Jahre, Russin

Duisi Eadenko, 19 Jahre, Pole

Sergej Lininow, 37 Jahre, Russe

Bolislaw Schinkowska, 4 Jahre, Pole

Paulina Schinkowska, 28 Jahre, Polin

Alexandra Smirinowa, 15 Jahre, Russin

Wladislaw Slawinski, 59 Jahre, Russe

Roman Giloewicz, 20 Jahre, Russe

Stanislawa Benz, 60 Jahre, Polin

Tadeutsch Sienkowski, 27 Jahre, Russe

Josef Goual, 23 Jahre, Pole

Wassil Simoniwitsch, 26 Jahre, Russe

Wassil Nikonenko 59 Jahre, Russe

Theophil Tasebur, 17 Jahre, Pole

Wassel Bondarek, 28 Jahre, Russe

Unbekannter Pole

Unbekannter Russe

2 Unbekannte

Vera Gerasko, 27 Jahre, Russin

George Skatschenko, 25 Jahre, Russe

Katharina Seluk, 19 Jahre, Polin

Matrona Schotkok, 20 Jahre, Russin

Toni Iwanetzkaja, 19 Jahre, Russe

Jakob Kuchla, 17 Jahre, Russe

Warwara Antipowa

Polja Hakin

Vera Nitzewitz

Warwara Totoczka

Nina Alexienko

Nira Baranetzka

Vera Kostijewa

Katharina Uczakowa

Michael Aleska

Juru Seizo

Michalina Slanilawska

Lydia Heraschenko

Leo Bartoczkiewicz

Maria Ray und Kind

Lucia Zasialla

Franziska Stemoniak

Maria Oskiewicz

Stasia Samoluk

Maria Czubalkowska

Maria Schwetschenko, Russin

Siemon Petschk, Russe

Unbekannter Pole

Maraia Batraxchka, Russin

Anna Broditsch, Russin

Andrey Naustiny, 40 Jahre, Russe

Nikoley Jurtschuk, 25 Jahre, Pole

Unbekannter

Wassyl Sliwnyj, 17 Jahre, Russe

Martha Thiljuk, 44 Jahre, Russin

Konrad Kleskowiy, Russe

Mwascheslaw Wamdel, Russe

Iwan Djakow, 21 Jahre, Russe

Hendrik Milenko, Russe

Pael Tschebotnikow, Russe

Nicoley Hroschinkschenko, Russe

Klara Tscheikowska, Russin

Rudokino Wetrijak, Russe

Peter Diatschenko, Russe

Peter Boudonis, Russe

Marga Karolanow, Russin

Unbekannter

Fedor Mastow, Russe

Peter Kukulenko, Russe

Stanislaus Klakoscher, Russe

Unbekannter

Die Toten mahnen uns!

Kein Krieg! Die Waffen nieder!

7. Mai 2022

Seit 1985 ist der 8. Mai Anlaß zu einer Mahn- und Gedenkveranstaltung an den Gräbern der Wuppertaler Bombenopfer und der polnischen und sowjetischen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter zur Erinnerung an die

Befreiung von Krieg und Faschismus am 8. Mai 1945

Zum zweiten mal seitdem steht diese Gedenkveranstaltung unter dem unmittelbaren Eindruck eines Krieges in Europa.

Es bleibt notwendig, zu erinnern und zu mahnen: Kriege schaffen Leid, Zerstörung und Opfer mit langwierig nachhaltigen Wirkungen.

Wir laden ein zur Mahn- und Gedenkveranstaltung

am Sonntag, 8. Mai 2022 – 17.00 Uhr

auf dem Friedhof Norrenberg

Theodor-Fontane-Str. 52

Wuppertal – Heckinghausen

Ansprachen:

  • ein Vertreter der Stadt Bürgermeister Rainer Spiecker MdL
  • ein Vertreter der Kirche / Christian Höhne
  • VVN/BdA / Sebastian Schröder
  • Wuppertaler Friedensforum /Jochen Vogler
  • Zeitzeugenberichte

Musikalische Begleitung:

Bläserensemble Carmina venti

Erstunterzeichner dieses Aufrufs:

In der Reihenfolge der Kenntnis

Vereinigte evangelische Kirchengemeinde Heckinghausen (Veranstalter)

Evangelische Kirchengemeine Sonnborn/

Wuppertaler Friedensforum

Else Lasker Schüler Gesellschaft

Verein Spurensuche-NS Geschichte in Wuppertal

SPD Unterbezirk Wuppertal

SPD Fraktion im Rat der Stadt Wuppertal

Die Linke Kreisverband Wuppertal

DKP Kreisorganisation Wuppertal

VVN – Bund der Antifaschisten Wuppertal

Heidter Bürgerverein e. V.

Bürgermeisterin Dagmar Liste-Frinker Bündnis 90/ Die Grünen

Bündnis 90/ Die Grünen Kreisverband Wuppertal

Humanistischer Verband Wuppertal

Freidenker Wuppertal e. V.

Bezirksvertretung Heckinghausen

DGB-Stadtverband Wuppertal

Buchenwald-Überlebender Boris Romantschenko bei Bombenangriff getötet – Stoppt den Krieg!

23. März 2022

Wir sind zutiefst erschüttert und betroffen vom Tod des NS-Überlebenden Boris Romantschenko, der laut der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora vergangenen Freitag Opfer eines Bombenangriffs auf sein Wohnhaus im ukrainischen Charkiw wurde. Der ehemalige Buchenwaldhäftling war Vizepräsident des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos für die Ukraine (IKBD).

Romantschenko hat die KZs Buchenwald, Peenemünde, Dora und Bergen Belsen überlebt und ist nun im Rahmen des neuen Krieges in Europa getötet worden. Wir sind in Gedanken bei den Angehörigen. Als Vereinigung, die den Schwur von Buchenwald politisches Vermächtnis und als Handlungsanleitung betrachtet und die unter anderem von Buchenwald-Häftlingen gegründet wurde, stürzt uns diese Nachricht in tiefe Trauer. Es ist bitter, dass Boris Romantschenko den 77. Jahrestag der Selbstbefreiung von Buchenwald am 11. April nicht mehr erleben kann.

Mit jedem Tag, den dieser Krieg voranschreitet, wird weiteres Blut vergossen. Deshalb fordern wir: Die Waffen nieder! Der Krieg gegen die Ukraine muss sofort beendet werden! Die russischen Truppen müssen sich zurückziehen!

Kontakt:

Hannah Geiger (Pressereferentin VVN-BdA)
presse@vvn-bda.de
Mobil +49 (0)178 2785958
Telefon (+49) 030-55579083-4

Gegen jede Ausgrenzung beim Gedenken an die Opfer der faschistischen Barbarei und der Befreiung von Faschismus und Krieg

23. März 2022

In den vergangenen Tagen erreichten uns Informationen aus verschiedenen Gedenkorten, die den sowjetischen Opfern der faschistischen Barbarei – darunter Zwangsarbeiter*innen, KZ-Häftlingen oder Kriegsgefangenen – gewidmet sind, dass vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine bei den diesjährigen Gedenkveranstaltungen Vertreter aus Belorussland und der russischen Föderation ausgeladen wurden.

Das ist aus unserer Sicht nicht nur falsch, sondern ein Affront gegenüber den sowjetischen Opfern und ihren Angehörigen.

Es ist uns wichtig, zwischen der notwendigen Verurteilung des Kriegs in der Ukraine und der Erinnerung an die Toten des deutschen Faschismus deutlich zu unterscheiden. Außerdem gilt es zu bedenken, dass an diesen Tagen und an diesen Orten aller sowjetischen Opfer der Faschismus gedacht werden soll, und diese kamen aus allen Teilen der damaligen UdSSR.

Zudem unterstreichen wir noch einmal, dass die Rote Armee – als Teil der Anti-Hitler-Koalition – den entscheidenden militärischen Beitrag zur Befreiung auch unseres Landes von der faschistischen Barbarei geleistet hat. In dieser Armee der Sowjetunion kämpften Seite an Seite Russ*innen, Ukrainer*innen, Vertreter*innen aller Völker der Sowjetunion.

Es ist daher vollkommen ausgeschlossen, dass aus diesem Anlass die staatlichen Vertreter von Nachfolgestaaten der UdSSR keine Gelegenheit bekommen sollen, sich in würdiger Weise an diesem Gedenken zu beteiligen. Denn bei diesem Gedenken stehen die Opfer im Zentrum. Und dabei sollte es sichtbar werden, dass dieses Gedenken auch eine Verpflichtung zum Frieden, zur Versöhnung und zur gemeinsamen Erinnerung ist.

Vergleichbares gilt aus unserer Sicht auch am 8./ 9. Mai – dem „Tag der Befreiung“ und dem „Tag des Sieges“. Auch bei dieser Gelegenheit sollten wir im Sinne einer Friedensbotschaft gemeinsam an die bedeutsame Leistung aller Veteranen der Roten Armee, aus welchem Nachfolgestaat der UdSSR auch immer sie kommen, erinnern. Wir sollten daran erinnern, wie sie gegen den Nazismus und für den Frieden gekämpft haben und welche Opfer sie für diese Befreiungsleistung gebracht haben.

Eine Ausgrenzung von Teilnehmenden steht dazu im diametralen Gegensatz. Dies gilt gleichermaßen auch für die Familienangehörigen und Nachkommen, die sich an einem würdigen Gedenken beteiligen wollen.

Nein zu Militarisierung und Aufrüstung!

23. März 2022

Am vergangenen Sonntag hat die Bundesregierung das massivste Rüstungspaket der jüngeren deutschen Geschichte verkündet. 100 Milliarden Euro Sondervermögen sollen allein dieses Jahr in neue Waffensysteme wie Drohnen und Jagdbomber fließen. Geht es nach den Wünschen des Bundeskanzlers Olaf Scholz, soll dieses Sondervermögen im Grundgesetz abgesichert werden. Damit würde die Intention der Mütter und Väter des Grundgesetzes für eine friedliche Nachkriegsordnung final ad absurdum geführt werden.

Schon 1998 war es eine rot-grüne Bundesregierung, die, als erste Bundesregierung überhaupt, Deutschland nach 1945 in einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg führte. Die gleichen haltlosen Argumente der damaligen Regierungsvertreter Deutschlands werden heute durch die russische Administration zur Rechtfertigung des Angriffs auf die Ukraine genutzt. Vollkommen zurecht verurteilen das Internationale Auschwitzkomitee und Vertreter der Internationalen Lagerkomitees die Verwendung der Worte „Entnazifizierung“ und „Völkermord“ zur Rechtfertigung des Angriffs auf die Ukraine. Ebenso sind in Zusammenhang mit einem russischen Angriff nahe der Gedenkstätte Babyn Jar, Analogien zu einem der größten deutschen Massaker zurückzuweisen.

Antifaschist*innen sind dazu aufgerufen, alle kriegerischen Akte zu verurteilen und für einen stabilen Frieden einzutreten!

Die Logik der Aufrüstung und Gewalt weist die VVN-BdA zurück. Die VVN-BdA steht für Frieden und Völkerverständigung als Lehre aus dem von Deutschland entfesselten Zweiten Weltkrieg. Umso furchtbarer ist die aktuelle Entwicklung und Bedrohung der atomaren Selbstvernichtung der Menschheit, auch durch den größten Nachfolgestaat der Sowjetunion. Wir fordern ein Ende der atomaren Aufrüstung und eine Rückkehr zu den gekündigten Abrüstungsprogrammen.

Es schmerzt, dass keine Regierung aus der Vergangenheit gelernt zu haben scheint und weiter der Aufrüstung das Wort geredet wird.

  • Die VVN-BdA wirbt für eine Rückkehr an den Verhandlungstisch!
  • Wir fordern die russische Regierung dazu auf, ihre Truppen auf russisches Staatsgebiet zurückzuziehen!
  • Wir fordern sämtliche Staaten dazu auf, endlich die todbringende Spirale von Rüstung und Gegenrüstung zu durchbrechen und Maßnahmen der Entspannung einzuleiten!
  • Wir begrüßen die bedingungslose Aufnahme ukrainischer Flüchtlinge in der EU und fordern die rassistische Ausgrenzung anderer Flüchtlinge an den Grenzen sofort zu stoppen sowie das Ende europäischer Abschottungspolitik!

Bundessprecher*innenkreis der VVN-BdA

Aus dem Archiv: Rede zum 8. März 2016

7. März 2022

Von Sebastian Schröder, VVN-BdA Wuppertal

Sehr geehrte Damen und Herren,

Die Lebensläufe mutiger widerständiger Frauen sehen wir hier vor uns und werden ihre Arbeit und ihren Kampf, die sie auch für uns geleistet haben und in dem einige ihr Leben verloren haben, gleich näher kennenlernen.

Zwei Wuppertalerinnen könnten ebenfalls in dieser Ausstellung geehrt werden: Cläre Quast, verwitwete Muth, geborene Riedesel ,geboren 1902 und Waltraud Blass, geborene Ebbinghaus.

Die Textilarbeiterin und Gewerkschafterin Cläre Muth und ihr Mann Willi Muth sind schon vor 1933 antifaschistisch in Wuppertal aktiv, als Mitglieder der KPD sind sie oft in Auseinandersetzungen mit den faschistischen SA-Banden verwickelt.

Die Bedrohung, Verschleppung und Ermordung von Antifaschistinnen und Antifaschisten erreicht im Sommer 1933 in Wuppertal einen Höhepunkt: das KZ Kemna wird errichtet, als eines der ersten Konzentrationslager in Deutschland.

Cläre und Willi organisieren trotzdem unter ständiger Gefahr den Widerstand in den Betrieben und bauen mit großem Erfolg freie Gewerkschaften auf. Cläre nutzt ihre Kontakte zu den Elberfelder Textilarbeiterinnen um antifaschistische Informationen zu verbreiten, Mut zu machen und Aktionen zu initiieren.

Im Januar 1935 wird Willi verhaftet und noch im Polizeigefängnis in der Von-der Heydt-Gasse grausam ermordet. Cläre wird versteckt und kann schließlich im März nach Amsterdam entkommen.

Die Gestapo hat über 1200 Menschen im Bergischen festgenommen, der massive Widerstand in der Region sollte gebrochen werden. Mit Verhaftung, Folter und Mord verbreiten die Nazis Angst und Schrecken, ab Ende 1935 beginnen die Wuppertaler Gewerkschaftsprozesse.

Albert Norden schreibt 1936: „Die Frauen geben an Kraft der antifaschistischen Gesinnung und Tat den Männern nichts nach. 658 der Angeklagten sind verheiratet. 658 Frauen stehen an den Besuchstagen vor dem Gefängnis, um das, was sie sich selbst vom Munde absparen, ihren Männern zu bringen. Die Herren Staatsanwälte und Gestapo-Kommandeure können diese Liebe, diese Solidarität nicht begreifen, weil sie selbst einer solchen nicht fähig sind. Sie haben die Frauen verhaftet und tagelangen Verhören unterziehen lassen, um zu erfahren, woher das Geld stamme. Sie sind nicht auf ihre Kosten gekommen.“

Cläre gründet mit anderen Antifaschistinnen und Antifaschisten in Amsterdam auf breiter Basis das Wuppertal-Komitee, das unter ihrer Mitwirkung eine wirksame Solidaritätsarbeit entfaltet: Aufklärung der internationalen Öffentlichkeit über Verbrechen und Folter, materielle Hilfe für Verfolgte und Angehörige, Anklage der Täter. Delegationen von Gewerkschaftern aus Holland und Frankreich reisen zu den Prozessen nach Wuppertal.

Seit 1936 lebt Cläre in Paris, wird von Deutschland 1937 ausgebürgert und arbeitet von Frankreich aus für eine gewerkschaftliche Organisierung der deutschen Textilarbeiterinnen. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs wird sie verhaftet, kann aber 1941 nach Mexiko entkommen.

Sie bleibt eine wichtige Zeitzeugin und berichtet über die schrecklichen Ereignisse in Wuppertal bis sie 1984 in Berlin stirbt.

Die Ronsdorferin Waltraud Blass, geboren 1920, ist die Tochter von Hugo und Hildegard Ebbinghaus und wächst ebenso wie Cläre Muth in einer klassenbewußten und engagierten Familie auf. Trotz Verschleppung des Vaters in die Kemna und zweijähriger Haft des Bruders Egon schon zu Beginn der Naziherrschaft beteiligen sich die Familienmitglieder ab 1941 erneut im Widerstand. Anfang 1943 werden zunächst die Eltern verhaftet, einige Wochen später sperren die Nazis Waltraud in das Wuppertaler Polizeigefängnis. Gegen Jahresende wird sie in das Frauen-KZ Ravensbrück deportiert. Dort muss sie unter grausamsten Bedingungen weiter auf ihren Prozess warten und wird zur Zwangsarbeit bei Siemens in der Rüstungsproduktion eingesetzt.

Gegen dieses Unrecht -erlitten durch die Firma Siemens- strebt sie im Jahr 1990 einen Musterprozess an. Die Klage wird von den deutschen Gerichten zweimal abgewiesen. Die Ausbeutung der KZ-Häftlinge durch Zwangsarbeit wird in der Bundesrepublik nicht als fundamentales Verbrechen betrachtet. Waltraud berichtet unermüdlich vor jungen Leuten über die Naziherrschaft, über Ravensbrück und engagiert sich in der VVN-BdA gegen alte und neue Nazis, für Frieden und eine solidarische Gesellschaft. 2009 ist sie gestorben.

Heute am internationalen Frauentag fordern wir ein würdiges Gedenken für diese beiden Widerstandskämpferinnen!

Wir fordern heute eine Cläre-Quast-Straße und eine Waltraud -Blass Straße in Wuppertal!

Denn erinnern und ehren bedeutet die Namen nennen und die Geschichte zu kennen.

Damit diese heldenhaften Frauen niemals vergessen werden.

Ich danke Ihnen.

Die Waffen nieder! Erklärung der VVN-BdA zum Überfall auf die Ukraine

24. Februar 2022

Am heutigen Tag haben russische Truppen den offenen Krieg gegen die Ukraine begonnen.

In den letzten Wochen hatte die Russische Föderation unter Ausnutzung einer großen militärischen Übermacht und unter dem Deckmantel falscher historischer Herleitungen nach der Annexion der Krim im Jahr 2014 die Souveränität der Ukraine in Frage gestellt und mit der völkerrechtswidrigen Anerkennung der sogenannten „Volksrepubliken“ im Donbass und die Übernahme ihrer weitergehenden territorialen Ansprüche verbunden mit dem Einmarsch russischer regulärer Truppen schwerwiegend gebrochen. Dies bedeutete den Abbruch langjähriger diplomatischer Bemühungen zur Lösung von Bürgerkrieg und Grenzkonflikt. Nun ist die Russische Föderation vollständig zur nackten Gewaltpolitik übergegangen.

Die VVN-BdA verurteilt diese Entscheidungen der Duma und des russischen Präsidenten, die weiteres großes Leid über das ukrainische und das russische Volk bringen werden, auf das Schärfste.

Die Ursachen dieser Entwicklung sind vielschichtig und reichen bis in die Phase der Auflösung der Sowjetunion und des Überganges von der bipolaren Blockkonfrontation zu einem Europa indem zahlreiche Staaten teils konfrontativ, teils kooperierend um Macht und Einfluss ringen, zurück.

In allen Staaten Osteuropas wurden „nationale Identitäten“ mithilfe nationalistischer und rechtsgerichteter Ideologien konstruiert, vielfach mit Rückgriff auf die ideologischen Verwüstungen, die die Jahre des nazistischen Krieges, der Okkupation und der Kollaboration angerichtet haben.

Die reale Macht und der gesellschaftliche Reichtum fielen weitgehend in die Hände von Kleptokraten, Geheimdienstlern und Militärs. Das neue Russland, das aus diesen Auflösungserscheinungen schwach, aber überwiegend gewaltlos hervor ging, wurde dabei von Anfang an von den USA und Westeuropa mit Geringschätzung bedacht. Bestrebungen mittelosteuropäischer Staaten nach wirtschaftlicher und militärischer Integration in EU und NATO wurden von den großen EU-Mächten, darunter auch Deutschland, gefördert. Dies wurde von der Russischen Föderation als Bruch von Versprechungen und Akte der Aggression interpretiert.

Besonderer Austragungsort dieser Konfrontation ist die Ukraine. Prowestliche, u. A. von Deutschland unterstützte Kräfte, aber auch auf die Traditionen des ukrainischen Nationalsozialismus zurückreichende Organisationen kämpfen mit prorussischen. Die schiere Existenz des souveränen ukrainischen Staates wird vom russischen Präsidenten mit Rückgriff auf falsche bis missbräuchlich verwendete historische Analogien immer deutlicher negiert.

Anfang der 2010er Jahre kam es zu einer folgenreichen Kehrtwende der russischen Außen- und Sicherheitspolitik, aber auch der Innenpolitik. Seitdem werden die demokratischen Strukturen immer weiter ausgehöhlt, während gleichzeitig ein umfangreiches Rüstungs- und Militärprogramm Russland zur militärische Großmacht hat werden lassen, das aber auf demographisch und wirtschaftlich schwachen Füßen dasteht.

Diese Politik führt zum Gegenteil dessen was sie erreichen soll. Russland ist heute wirtschaftlich, kulturell und politisch stärker isoliert denn je. Antirussische Ressentiments und Ideologien im Baltikum, in Polen und der Ukraine haben stark zugenommen .Auch nach einem vordergründig erfolgreichen Krieg würde Russland ärmer und schwächer dastehen denn je.

Die lautstärksten Freunde findet die Politik Russlands in Deutschland gerade in diesen Tagen bei der AfD, Reichsbürgern und anderen extrem rechten Gruppierungen, die im Putin-Regime ein Modell für Deutschland sehen.

Einen langfristigen Frieden in Europa wird es nur geben, wenn Großmachtstreben, Nationalismus, Chauvinismus und Autoritarismus in allen Ländern überwunden werden. Wirtschaftliche Kooperation und kultureller Austausch auf Augenhöhe zwischen großen und kleinen Staaten können die Wunden der Geschichte heilen. Deutschland als Nachfolgestaat des NS-Regimes trägt dafür eine besonders große Verantwortung.

Cornelia Kerth, Florian Gutsche
Bundesvorsitzende

Für Presseanfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

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Aus dem Archiv: Rede zum 8. Mai 2014

24. Februar 2022

Von Sebastian Schröder VVN-BdA Wuppertal – Kreissprecher

Sehr geehrte Damen und Herren

Wir stehen hier an den Gräbern der Kriegsgefangenen, an den Gräbern der sowjetischen und polnischen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern, die aus ihrer Heimat verschleppt, und dann in Wuppertal ausgebeutet und ermordet wurden. Sie wurden Opfer von Faschismus und Krieg.

Auch heute droht der Welt Gefahr durch Faschismus und Krieg. Die Kriegsgefahr in der Ukraine wächst von Tag zu Tag.

Die Regierung der Ukraine hätte im Februar ohne die Hilfe von faschistischen paramilitärischen Gruppen und Parteien nicht gestürzt werden können.

Seit langem werden die Größe, die Militanz und die historischen Wurzeln der faschistischen Akteure verschwiegen oder verharmlost. So fordern etwa Geistes- und Sozialwissenschaftler der Heinrich-Böll-Stiftung ein Redeverbot: es wird Kritikern geraten, die „Aufmerksamkeit auf vertrautere, unkomplizierte und weniger ambivalente Themen [zu] lenken“.

Trotz dieses Zensurversuches wird die VVN-BdA über den Faschismus in der Ukraine sprechen, wir sind dazu verpflichtet, hier an den Gräbern der durch deutsche Faschisten Ermordeten.

Im sogenannten Rechten Sektor sind der Großteil der bewaffneten Aktivisten organisiert. Der prawi sektor hat sich unter anderem aus der Organisation Ukrainischer Nationalisten OUN gebildet und der Ukrainischen Nationalversammlung mit der paramilitärischen Gruppe Ukrainische Nationale Selbstverteidigung UNA-UNSO.

Als Partei agiert Swoboda seit 1990 zunächst als Sozial-Nationale Partei in der ukrainischen Politik und unterhält ebenfalls einen bewaffneten Verband.

Die zahlreichen Angriffe auf politische Gegner, etwa auf Mitglieder und Gebäude der Kommunistischen Partei, auf Abgeordnete der Werchowna Rada oder eine Rundfunkanstalt, haben die immer schwerer bewaffneten Gruppen des Rechten Sektors und von Swoboda begangen. Es wurden ihnen trotzdem Polizeiaufgaben übertragen.

An diese faschistischen Gruppen wurden wichtige politische Ämter in der neuen Regierung vergeben: Olexandr Sitsch von Swoboda ist stellvertretender Ministerpräsident, das Landwirtschaftsministerium und das Ministerium für Ökologie und natürliche Ressourcen sind ebenso an Swoboda vergeben wie des Amt des Generalstaatsanwalts. Sekretär des Sicherheits- und Verteidigungsrats ist Andrij Parubi -Mitbegründer der Sozial-Nationalen Partei, sein Stellvertreter ist Dmitro Jarosch vom Rechten Sektor.

Zur deutschen NPD hat Swoboda freundschaftliche Verbindungen: Swoboda war im Mai 2013 zur sächsischen NPD eingeladen. Die „Denkfabrik“ von Swoboda trägt den Namen „Joseph-Goebbels-Forschungszentrum für Politik“.

Aus Respekt vor den Ermordeten werde ich das bekannte Zitat des Swoboda-Fraktionsvorsitzenden Tjagnibok von 2004 über jüdische und russische Menschen hier nicht verlesen; es ist an Menschenverachtung nicht zu überbieten.

Seit ihrer Gründung 1929 war die OUN, die heute den Rechten Sektor beherrscht, orientiert am Vorbild des italienischen Faschismus. Gefördert wurde die OUN von Nazideutschland. Die Politik war geprägt vom Rassismus gegenüber Polen, Russen und Juden. Die Ermordung von politischen Gegnern gehörte ebenfalls zum Mittel ihrer terroristischen Politik. Das Ziel der Vertreibung aller nichtukrainischen Bevölkerungsteile führte im Zweiten Weltkrieg zu systematischen Massakern an der polnischen und jüdischen Bevölkerung auf dem Gebiet der Westukraine.

Vor allem seit der Präsidentschaft von Wiktor Juschtschenko im Jahr 2005 wurden die tragenden faschistischen Elemente in der Ideologie und der Politik der OUN verschleiert, verschwiegen und umgeschrieben. So wurde dem langjährigen radikalen OUN-Vorsitzendem und Nazi-Kollaborateur aus der Zeit des Weltkriegs ,Stepan Bandera 2010 der Titel „Held der Ukraine“ verliehen.

Wir sind entsetzt über die Hofierung dieser offen faschistischen Organisationen durch westliche Politiker -auch durch Bundesaußenminister Steinmeier.

Wir sind entsetzt über die kontinuierliche Verharmlosung dieser Strukturen als nationalistisch, rechtspopulistisch oder ethnonationalistisch.

Wir sind entsetzt darüber, dass EU-Gelder direkt in die Stützung dieser mit offenen Faschisten besetzten Regierung fliessen.

Wir sind entsetzt über die anhaltenden Verbrechen durch die sogenannte Nationalgarde in der Stadt Slowjansk. Die Nationalgarde wurde aus den faschistischen Kampfverbänden des Rechten Sektors und von Swoboda gebildet.

Wir sind entsetzt über den Angriff auf das Haus der Gewerkschaft in Odessa durch nicht uniformierte Faschisten mit über 40 Toten. Sie sind erstickt, verbrannt oder in den Tod gesprungen.

Heute geht in Europa wieder Gewalt und Kriegsgefahr von Faschisten aus!

Wir fordern unsere Wuppertaler Bundestagsabgeordneten Jürgen Hardt, Manfred Zöllmer und Peter Hintze auf:

Setzen Sie sich dafür ein diese schändliche Zusammenarbeit mit Rechtem Sektor und Swoboda unverzüglich zu beenden!

Wir wollen keine Unterstützung von Faschisten durch unsere Regierung!

Die Toten mahnen uns!

Ein literarisches Mahnmal

9. Januar 2022

Von Sebastian Schröder

Zur Novelle »Dunkelnacht« von Kirsten Boie

»Wollten ihre Männer nicht gehen lassen, die Weiber!« sagt der Dritte. Die Fleissner Agathe auch nicht! Sie ist schwanger, hat sie gesagt, wir dürfen ihn ihr nicht nehmen! Die Männer lachen.

»Ja mei, da mussten s’ halt mitkommen, die Weiber«, sagt der Führer der Jagdgruppe. »Das nenn ich Liebe!« ruft irgendwer und hebt sein Glas. »Jetzt hängen s’ gemeinsam.«

Faschismus bedeutet unerbittliche und maßlose Gewalt. Diese Gewalt in einem Jugendbuch zu zeigen hat sich Kirsten Boie, die bekannteste und erfolgreichste Kinderbuchautorin im deutschsprachigen Raum (u. a. »Die Kinder vom Möwenweg«, »Ritter Trenk«, »Sommerby«), zur Aufgabe gemacht.

Kirsten Boie hat mit »Dunkelnacht« ein erschütterndes Buch zur Penzberger Mordnacht am 28. April 1945 geschrieben. Drei fiktive Jugendliche führen die Lesenden als Zeug:innen des Geschehens durch die Ereignisse. Marie, Schorsch und Gustl sind über ihre Eltern mit den Akteur:innen verbunden. Mit Ausnahme der drei Jugendlichen ist das gesamte Geschehen verbürgt, so hat es sich im oberbayerischen Penzberg 48 Stunden vor der Befreiung durch die US-Armee abgespielt.

Drei Rundfunksender besetzt

In der Nacht vom 27. auf den 28. April besetzte die antifaschistische »Freiheitsaktion Bayern« drei Rundfunksender und forderte über Radio die Bevölkerung auf, die durch den »Nero-Befehl« angeordnete Zerstörung von Fabriken und Infrastruktur zu verhindern, den Faschist:innen die Macht zu entreißen und den Krieg zu beenden.

In Penzberg setzt nun Hans Rummer, SPD-Bürgermeister bis 1933, mit vertrauten Männern aus der Arbeiter:innenbewegung gewaltlos den Nazibürgermeister ab. Die unmittelbaren Maßnahmen der freien Administration sind der Schutz des Bergwerkes und die sichere Ausfahrt der Frühschicht, die Befreiung und der Schutz der sowjetischen und französischen Zwangsarbeiter und die Einberufung einer demokratischen Versammlung für alle.

Der in die »Alpenfestung« fliehende Truppenteil der Wehrmacht lässt Rummer zunächst gewähren, setzt die Demokraten im Laufe des Tages dann aber doch fest und erwirkt beim Münchner Gauleiter den Hinrichtungsbefehl. Sieben Antifaschisten, darunter Hans Rummer, werden am frühen Abend des 28. April von der Wehrmacht erschossen, gleichzeitig wird die Werwolf-Gruppe des prominenten Naziliteraten Hans Zöberlein nach Penzberg beordert. In der Nacht wüten circa einhundert Faschisten in Zivilkleidung, vermummt und betrunken, aber systematisch in Penzberg. Nach Zurufen Ortskundiger werden Listen von Antifaschist:innen erstellt, und das Suchen und Zerstören beginnt. Mit Schildern um den Hals werden neun Menschen in der Ortsmitte an Balkonen und Bäumen erhängt, darunter zwei Frauen, eine war schwanger.

US-Armee befreit Penzberg

Angeleitet von der Werwolf-Gruppe funktioniert ein letztes Mal die Zusammenarbeit von NSDAP, SS, Volkssturm, Polizei, Stadtwache unter dem Schutz der Wehrmacht. Am 30. April zieht die US-Armee in Penzberg ein.

Im Handeln der Täter in diesen Stunden gab es immer wieder die Möglichkeit, sich anders zu entscheiden, immer die Freiheiten, die Morde zu verhindern. Die Verantwortlichen des Naziregimes haben diese Möglichkeiten nicht genutzt, sie haben entweder die Eskalation vorangetrieben, haben zögernd mitgemacht oder sind passiv geblieben. Nach der Befreiung gehen die Prozesse den in der BRD üblichen Weg von Revision und Freispruch oder Haftverschonung. Mit Schutzbehauptungen und Lügen vertauschen die Angeklagten Opfer und Täter, stellen sich als reine Befehlsempfänger dar.

Überall, in jedem Stadtviertel, in den kleinsten Orten gab es unzählige faschistische Verbrechen, zunächst nur in Deutschland, später im ganzen besetzten Europa. Stellvertretend beschreibt Kirsten Boie die Verbrechen in Penzberg. Sie hilft dem Gedenken, der Trauer und vor allem der Mahnung mit ihrer Stimme. »Sechzehn Ermordete und kein einziger Mörder. Das soll man verstehen«, schreibt Boie im Nachwort. Ihr kommt das große Verdienst zu, die schrecklichen Ereignisse für junge Menschen in »Dunkelnacht« in die Gegenwart zu holen. Helfen wir mit, dass »Dunkelnacht« in den Kanon der Schulbuchlektüre aufgenommen wird.

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