Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten

Kreisvereinigung Wuppertal

22.11.2017
Wir über uns


Marianne Hecht-Wieber ist seit 2016 Ehrenmitglied der VVN-BdA Wuppertal.

Geschichte

Nach der Gründung des Landesverbandes NRW der VVN erfolgte im Frühjahr 1947 die erste Kreisdelegiertenversammlung der VVN Wuppertal. Ca. 1500 Mitglieder hatte die Vereinigung damals - organisiert in 11 Stadtteilgruppen. Karl Ibach war der erste Sekretär der VVN Wuppertal in der Geschäftsstelle im Amtsgerichtsgebäude in Barmen in der Sedanstraße.

Eines der ersten und bedeutendsten Ergebnisse des Wirkens der VVN in Wuppertal war die Durchsetzung des Prozesses gegen die Wachmannschaft des KZ Kemna 1948.

Dazu war es gelungen, den Staatsanwalt Winckler -der schon 1934 gegen das Wachpersonal der Kemna ermittelte und deswegen strafversetzt wurde- wieder für das Verfahren in den Justizdienst zu bringen.

Die erste Buchveröffentlichung zur Kemna wurde von der VVN herausgegeben; Karl Ibach verfaßte den Bericht: "Kemna - Wuppertaler Lager der SA 1933"

Eine Neuveröfffentlichung dieses Buches von 1980 ist noch heute eine wichtige Quelle für die Auseinandersetzung mit der Geschichte des KZ Kemna.

Nach dem von der SPD 1948 gefaßten Unvereinbarkeitsbeschluß gegen die VVN verließ Karl Ibach 1950 die VVN und beteiligte sich an der Gründung des "Bundes der Verfolgten des Naziregimes".

Maßgebliche politische Bedeutung in den künftigen Auseinandersetzungen zu Fragen von Wiedergutmachung und Entschädigung, in den Auseinandersetzungen zur Wiederbewaffnung und in den Auseinandersetzungen gegen sich wieder formierende faschistische Verbände behielt aber die VVN.

Insbesondere das Engagement gegen die Wiederbewaffnung und die Veröffentlichungen zu dem zahlreichen Personal in Regierung, Verwaltung und Justiz mit Nazivergangenheit fand breite Unterstützung in der Bevölkerung und störte die regierungsamtliche Politik empfindlich bei ihrer Absicht, nur wenige Jahre nach Kriegsende wieder militärische Macht zu zeigen.

In Verbindung mit dem Parteiverbot der KPD gab es von Staats wegen auch Verbotsverfahren gegen die VVN in einigen Bundesländern und 1959 den Antrag des Bundeskabinetts auf Feststellung der Verfassungswidrigkeit der VVN.

Bis zum Prozeßbeginn im Dezember 1962 kämpfte die Vereinigung um ihre Legalität - der Prozeß wurde schließlich "ausgesetzt" nachdem mit Dokumenten belegt dem Senatspräsidenten, Dr. Werner, durch den Sekretär in Niedersachsen der VVN, August Baumgarte, die Mitgliedschaft in der SA seit 1933 und in der NSDAP seit 1937 nachgewiesen wurde.

Große Aufmerksamkeit internationaler Organisationen und der internationalen Presse hinderte die Bundesregierung nicht, den Fortgang des Verfahrens zu fordern mit der Folge von Verbotsdrohungen für Veranstaltungen der VVN.

Auch in Wuppertal konnte erst in letzter Minute durch das Oberverwaltungsgericht eine Solidaritätsveranstaltung "Freiheit für die VVN" durchgesetzt werden. 700 Teilnehmer-innen kamen zu dieser Veranstaltung am 3.2.1963.

Durch die Jahrzehnte hindurch blieben die Mitglieder der VVN Wuppertal politisch aktiv für Demokratie, in der Friedensbewegung und gegen die Organisierung faschistischer Umtriebe.

Von Anfang an bei den Ostermärschen, gegen die Notstandsgesetze, für die Ostverträge, mit der Friedensbewegung gegen den Nato-Nachrüstungsbeschluß und immer wieder gegen alte und neue Nazis - dies waren und sind Gelegenheiten, bei denen die VVN aktiv wirkte und mitwirkte.

Auf ihrem Bundeskongreß 1971 in Oberhausen öffnete sich die Vereinigung für die nachfolgenden Generationen zum "Bund der Antifaschisten".

Damit war ein wichtiger Impuls erreicht, den Antifaschismus - gebunden an die historischen Erfahrungen der Generation, die gegen den Faschismus an der Macht Widerstand leistete und die deswegen Verfolgung, Gestapo-Folter und KZ-Haft erleiden mußten - weiter zu tragen und zu nutzen für die jeweils aktuellen Auseinandersetzungen.

Diejenigen, die die Zeit des Faschismus noch selbst erlebten, berichteten und berichten ihre persönlichen Erfahrungen solange es ihnen möglich war und ist, in zahlreichen Veranstaltungen in Schulen, Jugendeinrichtungen und wo immer diese Erfahrungen angefragt wurden und werden.

Die nachfolgenden Generationen müssen nun nach mehr als 60 Jahren nach der Befreiung von Krieg und Faschismus dafür sorgen, daß der Schwur von Buchenwald erfüllt wird.

Nach ihrer Selbstbefreiung im April 1945 schworen die Häftlinge auf dem Appellplatz des KZ Buchenwald:

Wir schwören deshalb vor aller Welt auf diesem Appellplatz, an dieser Stätte des faschistischen Grauens: Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht.

Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.

Das sind wir unseren gemordeten Kameraden, ihren Angehörigen schuldig.

Dies heißt heute für uns: Stärkung der Friedensbewegung gegen die zunehmende Militarisierung in der Welt; ständige Aufklärung gegen alle Absichten der Relativierung der Zeit des Faschismus und vor allem: unnachgiebig aktiv -auch in Bündnissen- gegen alte und neue Nazis und rassistische Übergriffe - denn: Faschismus ist keine Meinung - die Millionen Opfer des Faschismus mahnen:

Faschismus ist ein Verbrechen!

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