Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten e.V.

Kreisvereinigung Wuppertal

29.09.2017

Bundeswehr und NATO: Krieg beginnt an Rhein und Ruhr

Aufruf Aktionstage Kalkar + Essen 2017

Krieg und Terror beherrschen heute das Leben in vielen Regionen der Welt. Waffen aus Deutschland kommen in allen Kriegen zum Einsatz. Die vorherrschende deutsche Politik hat inzwischen in ihrer Gier nach Rohstoffen und Einflussgebieten jede Scham abgelegt. Um ihre Ziele zu erreichen, setzt sie vermehrt die Bundeswehr ein. Gemeinsam mit den USA und anderen NATO-Staaten ist Deutschland wesentliche Kraft in Kriegen wie in Syrien, Mali, Irak und immer noch Afghanistan. Eine Folge davon ist der weltweite Terror, auch in Deutschland. Die zunehmenden Spannungen zwischen der NATO und Russland bergen die Gefahr eines neuen großen Krieges in Europa. Beide Seiten drohen sogar mit dem Einsatz von Atomwaffen.

Die NATO-Staaten wollen weiter aufrüsten und zukünftig zwei Prozent ihrer Wirtschaftsleistung für Rüstung und Militär ausgeben. Bereits heute bringen sie alleine mehr als 50 Prozent der Weltrüstungsausgaben auf. Für Deutschland bedeutet das eine knappe Verdoppelung des Rüstungsetats. Die deutschen Rüstungskonzerne profitieren besonders, denn sie statten die weltweiten Kriege und den Terror mit den dazu nötigen Waffen aus. Es muss ein Ende haben mit der weltweiten Zerstörung von Mensch und Natur. Stoppen wir militärische Eskalation und die Kriegsführung aus unserem Land!

Krieg beginnt an Rhein und Ruhr

Wussten Sie, dass sich in Kalkar am Niederrhein eines der wichtigsten Zentren der Kriegsführung mit mehreren bedeutenden Militäreinrichtungen der Bundeswehr und der NATO befindet, darunter Leitzentralen und Kriegs-Infrastruktur für den Hightech-Krieg?

Wussten Sie, dass von dort alle Luftwaffeneinsätze der Bundeswehr im Ausland gesteuert werden: Von den Tornados in Syrien über die Eurofighter an der russischen Grenze bis zu den Militärtransportern in Mali? Auch der Einsatz der zukünftig in Jagel stationierten Kampfdrohnen der Bundeswehr würde dann von Kalkar aus geleitet.

Wussten Sie, dass die NATO mit dem Combined Air Operation Centre (CAOC) die Luftkriegsführung nördlich der Alpen von Kalkar/Uedem aus plant und durchführt? Seit Beginn des Jahres waren wieder deutsche Eurofighter im Baltikum an der Grenze zu Russland im Einsatz. Sie wurden durch das CAOC in Kalkar/Uedem dirigiert. Es untersteht direkt dem Luftwaffenkommando der NATO in Ramstein. General Wundrak, ehemaliger Kommandant des Standortes Kalkar, bezeichnete Kalkar/Uedem als einen „... ganz großen Player in den deutschen Streitkräften und der NATO ...“.

Wussten Sie, dass in der Kaserne in Kalkar außerdem eine NATO Strategieschmiede für den Krieg im 21. Jahrhundert untergebracht ist? Im Joint Air Power Competence Centre (JAPCC) entwickeln die Militärs Pläne zur Kriegsführung mit konventionellen und nuklearen Waffen. Erneut findet die Jahrestagung des JAPCC in Essen statt. Dort soll vom 10. bis 12. Oktober über die Rolle der Luftstreitkräfte bei der „Abschreckung“ beraten werden. Das Konzept der Abschreckung hat die Menschheit schon während des Kalten Krieges mehrfach an den Rand einer atomaren Katastrophe gebracht.

Aktionstage für Frieden und Abrüstung

Mit Aktionstagen demonstrieren wir am 3. Oktober in Kalkar und am 7. Oktober in Essen gegen die Kriegsvorbereitung und Kriegsführung der Bundeswehr und der NATO!

Damit die Verpflichtungen zum Frieden und zur Abrüstung, wie sie im Vertrag zur Deutschen Einheit und im Zwei-plus-Vier-Vertrag enthalten sind, endlich umgesetzt werden, fordern wir:

Schluss mit den Kriegseinsätzen der Bundeswehr!

Schritte zur atomaren und konventionellen Abrüstung und Vertrauensbildung, keine neuen Waffenlager für ostwärts gerichtete Truppenaufmärsche in Dülmen und anderswo in NRW!

Einvernehmliches Lösen von Konflikten im Rahmen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE)!

Stopp der Rüstungsexporte!

Abbau der Kommandozentralen in Kalkar/Uedem und anderer NATO-Einrichtungen in NRW und deren Umwandlung für zivile Zwecke!

Keine NATO-Kriegsplanungen in Essen und anderswo!

Den Aufbau einer Friedens-Akademie in Kalkar/Uedem, die konkret zivile Konfliktlösungsstrategien und die Friedenssicherung ohne Militär weiterentwickeln und dem Frieden in Europa und in der Welt dienen soll!

Wehren wir uns mit Mut, Kraft, Phantasie und Beharrlichkeit gegen die von Politik und Militärs ausgehenden Gefahren. Um unsere Zukunft zu sichern, brauchen wir eine zivile, menschenwürdige und völkerverbindende Politik.

Unser Nein zum Krieg ist ein Ja zum Leben!

Es rufen auf: der Ostermarsch Rhein/Ruhr sowie Friedensgruppen von Rhein und Ruhr.


http://demo-kalkar.de/aufruf-aktionstage-kalkar-essen-2017/
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